Wissen schaf(f)t Kunst im EURAC Tower in Bozen

Künstler und Wissenschaftler arbeiten mit unterschiedlichen Blickwinkeln und Sprachen. Mit genau dieser Differenz beschäftigt sich das Projekt Wissen schaf(f)t Kunst: Vertreter beider Disziplinen erarbeiten und visualisieren gemeinsam wissenschaftliche Inhalte, indem sie ihre unterschiedlichen Ansätze einbringen und einander annähern. Lupo Burtscher hat das Projekt gemeinsam mit dem Forschungszentrum EURAC gegründet, die erste Ausstellung kuratiert und ist für die Ausstellungsgestaltung und die Entwicklung aller grafischen Kommunikationsträger verantwortlich.

1/11EURAC Tower

2/11Ausstellungsdesign

3/11Installation Rudolf Stingel

4/11Installation Rudolf Stingel

5/11Installation Rudolf Stingel

6/11Voci Stimmen. Plakate

7/11Voci Stimmen. Plakate

8/11Voci Stimmen. Plakate

9/11Voci Stimmen. Plakate

10/11Voci Stimmen. Plakate

11/11Voci Stimmen. Plakate

Die Kunst spricht im Besonderen Intuition und Inspiration an, die Wissenschaft vordergründig Vernunft und Präzision. In einem kooperativen, wechselseitigen Dialog zwischen den beiden Disziplinen kann das Projekt Wissen schaf(f)t Kunst fachlich komplexe, wissenschaftliche Inhalte in neuer Form erfahrbar und sichtbar machen. Das Projekt fördert die Mehrsprachigkeit und schafft neue gesellschaftliche Erfahrungs- und Erkenntniswerte.
Die Bespielung des EURAC Tower im Rahmen von Wissen schaf(f)t Kunst schafft eine kommunikative Plattform zwischen Kunst, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Wissen schaf(f)t Kunst will als Interventionen in soziale Systeme und Interaktionen mit der Bevölkerung verstanden sein.

1/3Installation

2/3Eröffnung

3/3Recherche

Ausstellung Voci Stimmen
10.06. – 29.07.2005

Im Rahmen der ersten Initiative der Reihe Wissen schaf(f)t Kunst wird der EURAC Tower zum Ort der Begegnung zwischen Kunst und Öffentlichkeit, Geschichte und Gegenwart. Sound- und Bildinstallationen verwandeln den EURAC Tower und die öffentlichen Räume der Stadt Bozen in Orte der Erzählungen. Stimmen und Porträts von Zeitzeugen, welche das EURAC Gebäude von 1934 bis heute erlebt haben, legen Zeugnis ab. Lupo Burtscher hat diese Ausstellung kuratiert und gestaltet. Die Interviews führten Stefano Bernardo und Angelika Burtscher, die Fotos stammen von Curzio Castellan.

Der EURAC Tower ist zentrales Element des ehemaligen Ex-GIL Gebäudes, das 1934 für die weibliche faschistische Jugend – GIL (Gioventù Italiana del Littorio) – erbaut wurde und seit 2002 der neue Sitz der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) ist. Der Turm hatte damals wie heute keinen funktionalen Charakter, sein Wert war rein symbolisch. Durch seine Höhe und urbanistische Lage ist er ein augenmerkliches „Wahrzeichen“ der Stadt Bozen und das charakteristischste Element der Geschichte dieses Baus. Der Gebäudekomplex an der Drususbrücke hatte nach dem Niedergang des Faschismus’ unterschiedliche Funktionen. Er war Abenteuerspielplatz, Erotikkino, Büro, Turnhalle und Wohnraum. Viele Menschen verkehrten in seinen Räumlichkeiten und erlebten sie in verschiedenen Zeitspannen mit unterschiedlichen Gefühlen. Sie wurden in den Jahren von 1934 bis heute zu ‘Zeugen’ zahlreicher politischer Phasen und Nutzungsfunktionen. Weshalb die Erinnerungen an das Gebäude auch ganz unterschiedliche Assoziationen hervorrufen. 36 Stimmen erzählen im EURAC Tower und im öffentlichen Raum der Stadt Bozen von ihrer Beziehung zu diesem Bau.

Plakat herunterladen

1/6Rudolf Stingel. Ausstellung

2/6Rudolf Stingel. Ausstellung

3/6Rudolf Stingel. Ausstellung

4/6Rudolf Stingel. Ausstellung

5/6Rudolf Stingel. Ausstellung

6/6Rudolf Stingel. Ausstellung

Rudolf Stingel
10.06. – 11.11.2005

Mit der ersten Initiative von Wissen schaf(f)t Kunst wurde auch eine Intervention von Rudolf Stingel im EURAC Tower eröffnet. Die Installation von Rudolf Stingel wurde von Lupo Burtscher kuratiert und in Zusammenarbeit mit dem Künstler realisiert. In der Installation wird die gesamte Stirnwand im Inneren des Turms vom Boden des Erdgeschosses bis zur Decke des obersten Stockwerks mit Plastilin verkleidet. Die Intervention stellt für die Ausstellung Voci Stimmen ein Szenarium zur Verfügung, innerhalb dessen, durch Eingriffe der Besucher, eine zusätzliche Kommunikationsfläche für die Geschichte und Gegenwart dieses Baus geschaffen wird. Die Arbeit bleibt bis zur zweiten Initiative von Wissen schaf(f)t Kunst mit dem EURAC Forschungsbereich „Minderheiten und Autonomien“ bestehen. Die Kommunikationsfläche wird somit zum Bindeglied zwischen regionalen Erzählungen und Europathemen.

Kunde

EURAC – Europäische Akademie Bozen

Jahr

2005

Fotodokumentation

Andreas Marini (Rudolf Stingel)